Bald unbezahlbar?
Hamburgs Immobilien-Preise explodieren!
Die Karte zeigt die Preise für bestehende Eigentumswohnungen zwischen Januar 2010 und Januar 2011. Für die Ergebnisse wertete ein Institut Verkaufsanzeigen aus. Auffällig: Vor allem in Wassernähe werden meist mehr als 3000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche beim Kauf fällig. Auch in Stadtteilen wie Barmbek ziehen die Preise deutlich an. In den weiß unterlegten Stadtteilen gab es zu wenige Angebote, um die Preisentwicklung messen zu können.
Wer die eigenen vier Wände will, muss tief in die Tasche greifen: Die Preise für Wohnungen und Häuser explodieren!
Laut einer Studie der Bausparkasse LBS war es noch nie so schlimm wie im vergangenen Jahr.
Die Fakten:
Rekord-Anstieg:
Die LBS wertete Tausende Verkaufsanzeigen von Januar 2010 bis Januar 2011 aus. Ergebnis: Neubauten verteuerten sich sogar um 11,7 Prozent! „Das ist wohl Rekord“, sagt LBS-Sprecher Klaus-Günther Steinke. Der Hauptgrund: Wohnraum bleibt extrem knapp. Und die wenigen Wohnungen, die entstehen, sind meist teure Filetstücke. Das treibt den Preisspiegel in die Höhe. Am Ende profitieren nur jene, die schon Immobilien besitzen: Sie können sich über eine saftige Rendite freuen.
Boom in Arbeitervierteln:
Lange blieben eher biedere Stadtteile von den Preisanstiegen verschont. Jetzt ziehen auch hier die Preise deutlich an: In Barmbek-Süd wurden bestehende Wohnungen 20,5 Prozent teurer zum Verkauf angeboten als noch 2009. Dasselbe Phänomen gibt es auch in Bahrenfeld (plus 27,5 Prozent beim Bestand), Rothenburgsort (plus 25, 1 Prozent) oder Wilhelmsburg (plus 24,8 Prozent). Ulrike Stüdemann vom Institut „F + B“, das die Studie leitete, hat eine Erklärung: „In den umliegenden Gebieten dieser Stadtteile sind die Preise bereits in den vergangenen Jahren gestiegen. Nun ziehen Barmbek oder Bahrenfeld nach.“ Meistens sind hochwertige Großsiedlungen die Preistreiber.
HafenCity noch teurer:
Auch in den angesagten Stadtteilen ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. So kosteten bestehende Wohnungen in der HafenCity 8,7 Prozent mehr als 2009, bei den Neubauten waren es sogar satte 33 Prozent. Für einen Quadratmeter Wohnraum in der HafenCity werden mittlerweile bis zu 10435 Euro fällig.
Immer noch deutlich günstiger, aber nicht weniger gefragt ist die Sternschanze. Hier stiegen die Preise um 39,8 Prozent beim Bestand. Nur in Rotherbaum (minus 15,5 Prozent) und Othmarschen (minus 12,4 Prozent) wurden die Wohnungen günstiger angeboten als im Jahr zuvor.
Auch Häuser werden teurer:
Ein- und Zweifamilienhäuser sind von der Preisexplosion nicht ausgenommen. Hier stiegen die Preise um 4,2 Prozent für bestehende Immobilien und glatte fünf Prozent für Neubauten. Die Grundstückspreise blieben dagegen stabil.
Kein Ende in Sicht: Schon jetzt müssen Käufer für Eigentumswohnungen und -Häuser bis zu 120000 Euro mehr zahlen als im direkten Umland. Dass die Preisspirale aufhört, glaubt Ulrike Stüdemann von „F&B“ trotzdem kaum: „Wir werden auch im laufenden Jahr einen Anstieg haben – er fällt aber wahrscheinlich nicht mehr so drastisch aus.“
© 2011 Hamburger Morgenpost - 30.03.2011

